Sie gehört heute national wie international zu den erfolgreichsten Autorinnen von Dressur-Fachbüchern. Sie ist Doktor der Sportwissenschaft, Journalistin, Richterin, Ausbilderin und Grand-Prix-Reiterin: Britta Schöffmann, Verfasserin von so bekann-ten Büchern wie „Lektionen richtig reiten“, „Die Skala der Ausbildung“ oder „Klaus Balkenhol – Dressurausbildung nach klassischen Grundsätzen“. Insgesamt sechs Bü-cher hat die Pferdeexpertin bereits auf dem Markt, die meisten davon in viele Sprachen übersetzt. Und das nächste ist schon in Arbeit.
Aber auch neben der Schreiberei dreht sich im Leben von Britta Schöffmann (fast) alles um Pferde. Die Wurzeln dieser Passion reichen lange zurück. Bereits als Dreijährige stand die gebürtige Krefelderin erwartungsvoll an der Haustür, wenn Papa zur wöchentlichen Reitstunde fahren wollte, und quengelte (erfolgreich) „mit, mit“. Von den ersten Runden vorn auf dem Sattel, sicher gehalten von Vaters Arm, bis zum „richtigen“ Reiten auf Ponies war's dann nicht mehr weit. Erste Ponyturniere folgten, und schnell stellte sich heraus, dass das Herz der jungen Dame eher an der Dressur hing. „Ich bin zwar auch in ein paar Springen und sogar in zwei, drei Geländeritten gestartet, aber nach einigen Stürzen waren mir bereits damals die Hindernisse irgendwie suspekt. An mir ist mit Sicherheit kein Springreiter verloren gegangen,“ lacht sie rückblickend.
Mit dem ersten Großpferd folgte die Konzentration auf die Dressurreiterei. Der Weg führte über die Jahre ganz klassisch und Schritt für Schritt von A (E gab es damals noch nicht) nach L und M und schließlich S. Im recht zarten Alter von Anfang 20 er-hielt sie ihr Goldenes Reitabzeichen. Geformt wurde die junge Reiterin, die mehrfach an Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften teilnahm, zunächst von „Meister-macher“ Fritz Tempelmann, später von Ausbildern wie Harry Boldt, Jean Bemelmans, Jan Nivelle und Klaus Balkenhol. „Das waren und sind großartige Pferdeleute, von denen ich unheimlich viel gelernt habe. Aber ich habe leider auch den ein oder ande-ren Ausbilder getroffen“, so erinnert sie sich, „von dem ich eher gelernt habe, wie man es NICHT macht.“ Härte, Gefühllosigkeit und Brutalität sind nicht ihr Ding. „Ich liebe Pferde und ich mag es nicht, wenn Erfolg, Leistungs- und Profitgier über die Moral gesetzt wird.“
Auf ihrer Internetseite schreibt sie deshalb auch: „Ich (empfinde) es als ganz besonderes Privileg, Werte wie Achtung, Tierliebe und Respekt nicht nur einem kleinen Kreis vermitteln zu können, sondern in meiner Eigenschaft als Journalistin und Buch-Autorin auch einem breiten Publikum – immer in der Hoffnung, dass vielleicht ein klein wenig davon in Kopf und Herz der Reiter hängen bleibt.“ Wer Britta Schöffmann beim Umgang mit Tieren (zu Hause gibt’s noch zwei Hunde und drei Katzen aus dem Tierschutz) live beobachtet erkennt, dass dies keine leeren Worte sind. Mehrere ihrer Pferde hat die Pferdenärrin in den Jahren selbst bis S ausgebildet, zwei davon bis Grand Prix. Wenn's ums Unterrichten geht, muss es aber nicht immer der hohe Dressursport sein. „Es macht mir genauso viel Spaß, einen Haflingerreiter, einen Andalusierfan oder einen Späteinsteiger zu unterrichten“, erklärt sie. „Hauptsache, die Reiter wollen etwas lernen und haben Spaß mit ihrem und Verständnis für ihr Pferd.“ Dazu gehört für die Dressurreiterin auch die Beschäftigung mit Pferden vom Boden aus, die Bodenschule. „Wer mit seinem Pferd im Alltag schon nicht umgehen kann, der darf sich nicht wundern, wenn's auch mit dem Reiten nicht so richtig klappt.“
Die Verbundenheit mit den Vierbeinern kann die inzwischen mit ihrem Mann im Stadtrand von Duisburg lebende Sportwissenschaftlerin nicht nur über ihre eigene Reiterei und über das Schreiben von Fachbüchern ausleben, auch als Journalistin ist sie fest mit dem Pferdesport verwurzelt. Nach ihrem Diplom-Studium an der Sporthochschule Köln absolvierte die heute 51-Jährige ein Zeitungsvolontariat bei der Rheinischen Post in Düsseldorf, promovierte an der Uni Bochum zum Thema „Reitsport im subjektiven und sozialen Kontext“ und arbeitete danach einige Jahre als Redakteurin bei der Rheinischen Post und später bei BILD. Doch schließlich machte sie auch auf diesem Gebiet ihre Passion zum Beruf und wechselte zur Reiter Revue international, die sie in den 90-er Jahren als stellvertretende Chefredakteurin maßgeblich mitprägte. Seit 2002 ist Dr. Britta Schöffmann als freiberufliche Journalistin und Autorin selbstständig. Sie gehört seit Jahren zum Redaktionsteam des Magazins„Dressur-Studien“, schreibt für nationale und internationale Zeitschriften und regelmäßig auch für die Deutsche Reiterliche Vereinigung.
Von Dr. Britta Schöffmann erschienene Bücher:
Kontakt:
www.britta-schoeffmann.de
pbs[at]britta-schoeffmann.de